Der Kapitalismus auf der Intensivstation

Wenn man ehrlich ist, geht dem Kapitalistischen Wirtschaftssystem gerade nicht nur die Luft aus, sondern vor allem das Geld aus. Obwohl gerade weltweit alles versucht wird, den Intensivpatienten Kapitalismus mit Macht und Geldschleusen mit monetären Beatmungsgeräten künstlich am Leben zu erhalten, der Effekt bleibt der gleiche: Patient Kapitalismus liegt im Sterben.

Gerade bei der Bekämpfung der Corona-Krise war für mich sichtbar, wie wir Menschen und unsere gestalteten Systeme funktionieren. Jedes Land hat unterschiedlich reagiert. Sowohl in den direkten Maßnahmen – offen lassen oder Schließung der Wirtschaft mit oder ohne Quarantäne der Gesellschaft – es war sehr interessant zu beobachten wie unterschiedlich die einzelnen Staaten reagiert haben.
Angefangen von China mit zuerst Leugnen, dann schneller Schließung mit Bekanntgabe der echten oder auch nicht echten Zahlen über Europa – Deutschland hat einen langsameren Weg als Österreich durchgezogen, genauso wie Niederlande und England zuerst offen gelassen haben und dann mehr geschlossen haben bis hin zum schwedischen Modell – gesamt offen lassen.

Genauso wie bei der unterschiedlichen Bewältigung der Corona-Krise schaut es aber auch bei den politischen und wirtschaftlichen Systemen auf der Welt aus – mit einem großen Prinzip dazu. Wir testen aus, was funktioniert und was nicht funktioniert. Und das ist genau auch das Leben auf unserem Planeten – wir testen.
Einer dieser ganz großen Tests ist derzeit das Kapitalistische System. Der Kapitalismus hängt mit der Industriellen Revolution zusammen, damals begann auch der „Siegeszug“ des Kapitalismus (Planetenzyklus Jupiter – Saturn 200 Jahre im Erdzeichen). Dabei sollte man den Begriff näher definieren: Unter Kapitalismus

Unter Kapitalismus versteht man eine Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung, die auf Privateigentum an den Produktionsmitteln und einer Steuerung von Produktion und Konsum über den Markt beruht. Dabei steht im Vordergrund, dass das Kapital, das zum Beispiel in einer Fabrik erwirtschaftet wird auch wieder in die Fabrik für Weiterentwicklung reinvestiert wird und so auch zur Erhöhung des Wohlstandes dient.

Vor allem wurde lange Zeit auch der Kapitalismus mit Demokratie und dem Amerikanischen Traum zusammen gebracht. Beides steht gerade ziemlich auf dem Prüfstand – nicht nur in Amerika, sondern auch zu großen Teilen in Europa und dem Rest der Welt.

Und wir testen immer jedes System so lange, so lange es für uns funktioniert, so lange es für uns brauchbar ist. Manchmal wird es auch mit viel Macht, Druck und Manipulation länger am Leben gehalten als es gebraucht wird – siehe auch Nordkorea.

Eigentlich liegt der Patient Kapitalismus – so wie ich es im Vorspann geschrieben habe – schon länger auf der Intensivstation.
Angefangen hat der Zyklus 1982 mit der Saturn-Pluto Konjunktion. Damals haben sich die zwei Planeten in der Waage getroffen. Kurzdefinition: Die Politiker haben mit viel Geld die Liebe der Bürger / Wirtschaft gewinnen wollen. Und das ganze auf Schuldenbasis und mit immer niedrigeren Zinsen – billiges Geld verteilen (oder aufnehmen müssen).
Schon bei der letzten großen Krise im Jahre 2008, 2009 und folgend schwächelte der Patient Kapitalismus. Da war unter anderem die große Bankenrettung an vordester Stelle. Mit „Koste es was es wolle“ (Mario Draghi EZB-Chef) wurde der Patient Weltwirtschaft künstlich am Leben erhalten. Sprüche wie „To big to fall“ haben im Prinzip nur Manipulationen (Plutoprinzip) und Verschiebungen geschaffen, die das System nicht gesünder gemacht haben. Noch dazu wurden damals Verluste sozialisiert und Gewinne / Boni wurden privatisiert. Und in der Zwischenzeit wurde das weltweite Finanzsystem noch größer, noch höhere Summe sind da vorhanden und vor allem mit noch mehr Schulden haben wir das Schuldenproblem nun so groß gemacht, dass es uns über den Kopf und unseren Vorstllungen gewachsen ist.
Insofern finde ich es ja derzeit wirklich zum Schmunzeln, weil wir nichts dazu gelernt haben. Wenn ich mir anschaue, wer jetzt aller „verstaatlicht“ werden soll bzw. einen Rettungsschirm vom Staat zum wirtschaftlichen Weiterleben benötigt – soviel Geld werden wir nie aufbringen können, und vor allem die Bürger, die ja hinter dem Staat stehen, werden dafür nie bürgen können – ohne dass wir alle Pleite gehen werden.


Apropos Pleite: Dieses Prinzip steht auch hinter dem Kapitalismus – wenn jemand Geld in eine Sache investiert und dieses Geschäft nicht aufgeht, dann ist das Geld für den Investor weg – eigentlich wäre das ja der notwendige Bereinigungsprozess in der freien Markt-Wirtschaft. Nicht so bei unserem bis dato gerade in der letzten Zeit praktizierten Kapitalismus – da ist der Staat (eigentlich haben die Politker die Bürger als Bürgen eingesetzt) eingesprungen. Nach dem Motto. Koste es was es wolle – es ist ja äh nicht mein Geld.
Da werden Beträge derzeit genannt, wo zumindest mir ganz schwindelig wird. Da geht es nicht nur um Milliarden, sondern mittlerweile um Billionen – 1000 Milliarden. Und zwar weltweit um 10 bis 20 Billionen.
Für mich, der mit seiner Frau Edith ein Unternehmen leiten darf, das knapp 2 Millionen Euro Jahresumsatz macht und weiß wie schwer es ist, diese Summe jedes Jahr zu erwirtschaften sind diese Summe nicht mehr vorstellbar. Ich fürchte nur, wenn dann der nächste Begriff Trillionen (= 1000 x 1000 Milliarden) oder schon bald Trilliarden im Raum stehen, müssen für jeden die Alarmglocken aufschrillen, denn dann ist im Hintergrund wahrlich Inflation, Entwertung und Enteignung im Gange. Und zwar nicht schleichend sondern innerhalb weniger Augenblicke.

Literatur:

Ein Kommentar

  1. 720p izle said:

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    10. Dezember 2020
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